Gerry X, geboren 1959 in der Kölner Südstadt, erzählt: ›Ratten haben für mich die gleiche Bedeutung wie für andere die Mutterbrust. HA! … Ursprüngliche Prägung …
Sie waren überall: auf unseren Spielplätzen, in den Kellern und Wohnungen … Ratten! Ratten! … auch in unseren Träumen, Gedanken und beim ersten kindlichen Erfühlen der Welt.
Ratten erklärten mir die Welt … offenbarten mir den schrecklichen Sinn der Fleischautomaten – Überleben um des bloßen Überlebens willen.
Dies graue, nacktschwänzige Elendstier ist immer all überall anwesend, wo der Mensch auch ist. Sie werden auch alsbald in euren Raumschiffen und Raumstationen anzutreffen sein. Sie werden im Orbit kreisen, mit euch den Mars besiedeln.
Die Ratte ist Offenbarung der Wahrheit der Evolution – ihr offenkundiger Sinn.
Wir verdanken der Ratte alles: Wahrheit und Aufruf zur Kultur.
In den Laboren der Wissenschaft werden Ratten gefoltert und getötet, um etwas über uns zu erfahren.
Ratten haben eine Sprache – ich weiß dies nicht nur – ich beherrsche die Sprache der Ratten. Das ist genug, um sie zu fürchten und gleichermaßen zu verehren. Ratten sind wie ich: verehrt und angespie’n …‹

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